Predigten

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Ein Traum von Kirche

Eine Predigt anlässlich einer Gemeindeversammlung


Liebe Gemeinde,

wir alle haben einen Traum von Kirche.

Wir alle haben ein Bild im Kopf, wie wir uns die wahre Kirche vorstellen.

Ein Bild, das die Schönheit der Kirche zeigt.

Ein Bild, das zum Ausdruck bringt, wofür Kirche steht.

Ein solches Bild haben sogar diejenigen im Kopf, die mit der Kirche, die sie erleben, nicht viel anfangen können.

Auch die Kritiker der Kirche, auch die, die sich enttäuscht von ihrer Kirche abgewendet haben, haben einen Traum von Kirche, wie sie sein sollte.

Das vereint uns Menschen in der Gemeinde mit denen, die nicht oder nicht mehr in der Gemeinde sind:

Wir alle haben einen Traum von Kirche.

 

Es wird nicht ein und derselbe Traum für uns alle sein.

Unsere Traumbilder werden sich unterscheiden, manche mehr, andere weniger.

Die Träume, die wir von Kirche haben sind etwas Persönliches.

Und da jeder von uns eine eigene Persönlichkeit ist, mit eigenen Wünschen und Hoffnungen,

deshalb haben wir alle auch ganz persönliche Traumbilder und Vorstellungen von Kirche.

 

Ich möchte von meinen Träumen erzählen, die ich von unserer Kirche träume.

Ich möchte Ihnen erzählen, wie ich mir wünsche, dass wir als Gemeinde unterwegs sind.

Vielleicht treffen sich Ihre und meine Träume und stimmen an der einen oder anderen Stelle überein.

Vielleicht werden Sie manches anders sehen.

Dann bieten unsere unterschiedlichen Träume und Bilder die Gelegenheit, miteinander von dem zu reden, was uns wichtig ist.

Mein Traum von Kirche ist also kein heiliges Gesetz.

Es ist ein Traum, einer von vielen, die es alle wert sind, erzählt zu werden.

Ich will von meinem Traum erzählen, indem ich ihn mit der biblischen Geschichte aus dem Johannesevangelium ins Gespräch bringe.

Die Geschichten aus den Evangelien wurden seit jeher erzählt und aufgeschrieben, damit Gemeinden daran etwas für ihr eigenes Leben lernen konnten.

Deshalb ist diese Geschichte ein guter Gesprächspartner, um daran den eigenen Traum von Kirche zu entwickeln.

 

Johannes erzählt, dass ein Mann zu Jesus kommt.

Der Mann hat ein dringendes Anliegen. Sein Sohn ist krank und soll geheilt werden.

Jesus reagiert schroff und abweisend: »Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht.«

Man hat den Eindruck: Der Mann ist mit dem falschen Anliegen zu Jesus gekommen.

Das erinnert mich an Gespräche, die ich in der Adventszeit mit verschiedenen Leuten geführt habe.

Es ging um den Gottesdienstbesuch am Heiligen Abend. Meine Gesprächspartner haben sich darüber beschwert, dass so viele Menschen nur an diesem einen Tag in die Kirche kämen.

Das sei Heuchelei, sagten sie.

Wer das ganze Jahr nicht in die Kirche gehe, der brauche auch zu Weihnachten nicht zu kommen.

Die Leute, die mir das sagten, gehörten nicht alle zu den regelmäßigen Kirchgängern.

Es gab auch Menschen darunter, die sich selbst als kirchenfern bezeichneten. Die meinten dann: Ich gehe auch nicht Weihnachten zur Kirche, und damit bin ich ehrlicher als die, die hingehen.

An diese Gespräche musste ich denken, als ich jetzt im Johannesevangelium von dem römischen Beamten und seinem Anliegen las.

Mir kommt es vor, als passiere in der Geschichte dasselbe, wie ich es in den Gesprächen erlebt habe.

Da sind Menschen, die trauen sich zu Jesus oder eben: zur Kirche zu kommen.

Nicht regelmäßig, sondern aus einem besonderen Anlass, mit einem besonderen Anliegen.

Doch anstatt sich zu freuen, dass sie den Weg hierher gefunden haben, wird Kritik laut:

Ihr kommt aus den falschen Gründen!

Ich träume von einer Kirche, die keine höchstrichterliche Einlasskontrolle betreibt.

Eine Kirche, die nicht als erstes danach schaut, ob jemand aus den richtigen Gründen, mit der richtigen Einstellung gekommen ist.

Ich träume von einer Kirche, die alle Menschen mit offenen Armen willkommen heißt.

Eine Kirche, die es erträgt, dass Menschen kommen, die mit unseren Traditionen, mit unserer Sprache, mit unserer Liturgie, mit unserer Form, Gottesdienst zu feiern, nicht vertraut sind, die deshalb fremdeln oder sich in unseren Augen unangemessen verhalten.

Ich träume von einer Kirche die es akzeptiert, wenn Menschen nicht regelmäßig, sondern nur von Fall zu Fall, bei besonderen Gelegenheiten oder mit einem besonderen Anliegen kommen.

Eine Kirche, die jeden Kontakt als Chance für den Heiligen Geist sieht.

Aber wohlgemerkt: Als Chance für den Heiligen Geist, nicht für den eigenen Missionseifer.

Unsere Aufgabe ist es nicht, jeden Besucher zu einem frommen Christen zu machen.

Unsere Aufgabe ist es nur, einladend und glaubwürdig Gottes Freundlichkeit zu verkörpern.

Alles andere können wir getrost Gott selbst überlassen.

 

Blicken wir noch einmal auf die Erzählung von Jesus und dem Beamten.

Die Antwort von Jesus ist schroff.

Aber sie ist auch verständlich.

Ich habe den Eindruck, Jesus richtet sich mit seiner Antwort gar nicht in erster Linie an den Beamten.

Ich habe den Eindruck, als wende sich Jesus ans Publikum. Wenn die Geschichte ein Film wäre, dann stelle ich mir vor, wie Jesus direkt in die Kamera schaut und direkt zu uns sagt:

»Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht.«

Und wenn ich mir das so vorstelle, dann fühle ich mich ertappt.

Wir sind tatsächlich auch eine Kirche, die sehr auf Äußerlichkeiten achtet. Wir schenken dem Besonderen mehr Aufmerksamkeit als dem gewöhnlichen. Und wir schauen gerne auf die Zahlen.

Wir lassen uns gerne von großen Zahlen blenden.

Wenn eine Veranstaltung viele Besucher hat, dann muss sie ja besonders gut sein.

Und umgekehrt sehen wir traurig auf die sinkenden Zahlen derer, die unsere Gottesdienste am Sonntag besuchen.

Wir zweifeln an der Qualität dieser Gottesdienste.

Dabei vergessen wir, dass Jesus einmal gesagt hat: Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Ich träume von einer Kirche, die sich nicht von

großen Zahlen oder Mega-Events blenden lässt.

Eine Kirche, die liebevoll auch das Kleine pflegt.

Eine Kirche, die nicht auf Massenveranstaltungen mit großer Presse schielt, sondern den Einzelnen in den Blick nimmt, und auch die nicht vergisst, die im Schatten stehen.

 

Johannes erzählt weiter:

Der römische Beamte lässt sich nicht abwimmeln.

Auch die schroffen Worte von Jesus entmutigen ihn nicht.

Er bleibt beharrlich und trägt erneut sein Anliegen vor.

Schließlich hat er Erfolg. Jesus nimmt sein Anliegen wahr und reagiert.

Die Beharrlichkeit des Mannes hat ihn zum Ziel geführt.

Ich träume von einer Kirche, die ebenfalls beharrlich bei ihrer Sache bleibt.

Eine Kirche, die ihr Anliegen immer wieder freundlich und deutlich in Worte fasst.

Beides ist notwendig: Freundlich und deutlich.

Bei aller Klarheit in der Sache brauchen wir nur selten einen „Heiligen Zorn“. In den meisten Fällen führt eine freundliche Ansprache weiter.

Das setzt voraus, dass wir unsere Gesprächspartner nicht als Feind betrachten, sondern als Partner im Gespräch.

Jedoch: Bei aller Freundlichkeit sollten wir mit unseren Überzeugungen nicht hinter dem Berg halten.

Wir müssen den Leuten nicht nach dem Mund reden.

Ich träume von einer Kirche, die beharrlich bleibt und einen langen Atem behält.

Eine Kirche, die sich auch von Misserfolgen nicht entmutigen lässt, weil sie weiß:

Den entscheidenden Sieg hat Jesus am Kreuz bereits errungen.

 

In der Erzählung des Johannes reagiert Jesus schließlich doch auf das Anliegen des Mannes.

Jesus lässt sich berühren durch seine Not und sein Vertrauen. Deshalb wirkt er das Wunder, das er eben noch kritisierte.

Jesus ist eben kein strenger Dogmatiker, dem die Rechtgläubigkeit wichtiger ist als das Leben.

Jesus reagiert liebevoll.

Und so träume ich von einer Kirche, die liebevoll ist.

Die sich anrühren lässt von der Not, die sie vor Augen hat.

Eine Kirche, die nicht streitet um den rechten Glauben, sondern die mit Eifer die Liebe Gottes in der Welt bezeugt, mit ganz konkreten kleinen Schritten hier vor Ort.

Es können auch größere Schritte sein. Darauf kommt es nicht an.

Es kommt darauf an, dass wir als Kirche sensibel bleiben für die Not der Welt, dass wir Ideen entwickeln, wie wir Not lindern können.

 

Liebe Gemeinde,

wir alle haben einen Traum von Kirche.

Wir alle haben ein Bild im Kopf, wie wir uns die wahre Kirche vorstellen.

Von meinem Traum habe ich nun erzählt.

Ich habe Ihnen kein fertiges Bild präsentiert, sondern mit wenigen Strichen eine grobe Skizze angedeutet.

Ein fertiges Bild ist auch gar nicht das, was ich haben möchte.

Denn mein Traum erzählt auch von einer Kirche, die in Bewegung bleibt, die sich entwickelt und verändert.

Eine Kirche, die sich immer wieder reformiert.

Und vor allem träume ich von einer Kirche, die nicht allein meinem Bild von Kirche entspricht.

Ich möchte gemeinsam mit anderen unterwegs bleiben.

Gemeinsam mit Ihnen hier. Und mit den vielen, die überall in der Welt Jesus nachfolgen.

Ich träume davon, dass wir alle gemeinsam, so unterschiedlich wir auch sind, dass wir alle gemeinsam an unserer Kirche bauen.

Konfirmanden und Senioren, Männer und Frauen, Menschen die sich nahe fühlen und Menschen die von Ferne blicken.

Nur gemeinsam – und mit Gottes Hilfe – können wir unseren Traum von Kirche verwirklichen.

Deshalb: Lasst uns gemeinsam träumen.

Lasst uns gemeinsam unsere Träume teilen.

Gott schenke uns segensreiche Träume und helfe uns, auf dass sie wahr werden.

Amen.





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Freiheit und Liebe

Eine Predigt in zwei Teilen zum Reformationsgedenken.

Teil 1: Freiheit

Liebe Gemeinde,

Zur Freiheit hat uns Christus befreit!

Die Freiheit ist ein großes Thema bei Paulus.

Und die Freiheit ist ein großes Thema für Martin Luther.

Wenn von Freiheit die Rede ist, dann geht es immer um zwei Perspektiven.

Die Freiheit wovon?

Und die Freiheit wozu?

Mit anderen Worten:

WOVON hat uns Jesus befreit? und
WOZU hat uns Jesus befreit?

Zuerst die eine Frage:

WOVON hat uns Jesus befreit?

 

Jesus macht uns frei von…

… dem Zwang alles richtig zu machen.

Wir wollen gerne perfekt sein. Denn wer perfekt ist, macht keine Fehler. Fehler sind nicht gut. Wer Fehler macht ist bald weg vom Fenster.

Diese Logik beginnt schon in der Schule: Schon in der Schule lernen wir: Fehler sind schlecht. Wer Fehler macht bekommt eine schlechte Note. Deshalb sind Fehler zu vermeiden.

Manche Schüler halten in der Schule lieber den Mund. Sie haben Angst, etwas Falsches zu sagen.

Deshalb sagen sie lieber gar nichts.

Dadurch machen Sie sich und andern das Lernen schwerer. Denn am meisten lernen wir durch die Fehler, die wir machen. Fehler gehören zum Lernen dazu. Sie helfen uns beim Lernen.

Gott sei Dank!

Jesus macht uns frei von…

… dem Zwang alles richtig zu machen.

 

 

Jesus macht uns frei von…

… der Tradition, die alles vorschreibt.

Ein Mitstudent aus einer anderen Landeskirche sagte mir einmal: Unsere Kirche hat zwei wichtige Gesetze nach denen sie funktioniert.

Das eine Gesetz lautet: Das war schon immer so!

Und das andere: Das hat es noch nie gegeben!

Eine Kirche die nach diesen Gesetzen funktioniert ist gut gerüstet gegen jede Veränderung. Da bleibt alles beim Alten. Alles bleibt so, wie es immer schon war.

Neues hat keine Chance, denn mit dem Satz: Das war noch nie so! wird jede Veränderung abgeschmettert.

Doch wie erstickend ist solch eine Haltung!

In solch einer Struktur kann sich nichts entwickeln.

Da wird nur das ewig gleiche Programm abgespult und wiedergekäut.

Leben ist in solch einer Umgebung nicht möglich.

Denn Leben bedeutet Wachstum und Veränderung.

Gott sei Dank!

Jesus macht uns frei von…

… der Tradition, die alles vorschreibt.

Jesus macht uns frei von…

… der Diktatur des gelingenden Lebens.

„Du hast es selbst in der Hand!“ Sagt uns die Werbung. Sagen auch smarte „Life-Coaches“.

Du musst nur die richtigen Entscheidungen treffen, dann wirst du glücklich.

Kauf das richtige Produkt – du wirst glücklich!

Iss die richtigen Lebensmittel – du wirst glücklich!

Treib den richtigen Sport – du wirst glücklich!

Wähle den richtigen Beruf – du wirst glücklich!

Du hast es in der Hand, ob du glücklich wirst.

Du bist selbst deines Glückes Schmied!

Was auf den ersten Blick klingt wie die Eintrittskarte in das Paradies, hat eine finstere Kehrseite.

Denn wenn alles auf mich ankommt, dann bin ich selbst schuld, wenn ich nicht glücklich bin.

Wenn ich es selbst in der Hand habe, dann kommt zu meinem Unglück noch die Erkenntnis hinzu:

Du hast dir dein Unglück selbst zuzuschreiben. Denn du hast es vermasselt. Du hast es einfach nicht hingekriegt. Du Versager!

Die Diktatur des gelingenden Lebens ist in Wahrheit eine gnadenlose Selbsterlösungsideologie.

Wir finden Sie in der Leistungsgesellschaft ebenso wie im Wellnessbereich.

Ob ich mich über Leistung definiere oder über meine gesunde Lebensweise. Immer bin ich selbst derjenige, von dem mein Glück abhängt.

Unglückliches Schicksal kommt in dieser Weltsicht nicht vor. Unglück ist nur ein anderes Wort für Versagen.

Gott sei Dank!

Jesus macht uns frei von…

… der Diktatur des gelingenden Lebens.

 

Jesus macht uns frei von…

… der Notwendigkeit, jeder Mode hinterherzulaufen.

·      Nur mit dem Samsung Galaxy bist du ein heißer Typ.

·      Ohne WhatsApp bist du nicht erreichbar.

·      Was, du kennst den Thermomix nicht?!

·      Wer keine Selfies macht, existiert nicht.

·      Das wahre Leben heißt Pokemon Go!

Wer immer auf der Höhe der Zeit sein will, muss höllisch aufpassen, denn die Moden kommen und gehen.

Gott sei Dank!

Jesus macht uns frei von…

… der Notwendigkeit, jeder Mode hinterherzulaufen.

 

Eines will ich noch nennen, von dem Jesus uns frei macht. Es ist das Wichtigste von allem:

 

Jesus macht uns frei von…

…allem, was uns von Gott trennt.

Denn nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, sagt Paulus an anderer Stelle.

Nichts von dem, was wir tun oder lassen

Nicht unsere Erfolge und auch nicht unser Versagen.

Nicht unsere Schuld und nicht unsere Leistung.

Nicht unsere Geschichte, nicht unsere Herkunft.

Nicht unser Leben – und auch der Tod nicht!

Auch der Tod kann uns nicht von Gott trennen.

Selbst im Tod gehören wir zu Gott. Wenn wir uns daran erinnern, verliert der der Tod seinen größten Schrecken verloren.

Er wird vielleicht nie ein Freund werden, weil es dennoch traurig ist, wenn jemand stirbt.

Aber wir gehen nicht verloren, wenn wir sterben.

Deshalb müssen wir uns nicht fürchten, wenn wir sterben. Und wir müssen uns auch keine Sorgen um unsere Verstorbenen machen.

Gott sei Dank!

Jesus macht uns frei von…

…allem, was uns von Gott trennt.


Teil 2: Liebe

Zur Freiheit hat Christus uns befreit!

Das ist das eine. Doch es ist nicht alles.

Es geht nicht nur darum zu fragen: WOVON hat Jesus uns befreit?

Sondern auch WOZU?!

Ich habe vorhin gesagt:

Jesus macht uns frei von…

… dem Zwang alles richtig zu machen.

… der Tradition, die alles vorschreibt.

… von der Diktatur des gelingenden Lebens.

… der Notwendigkeit, jeder Mode hinterherzulaufen.

…allem, was uns von Gott trennt.

Wenn uns all das nicht mehr bedrängt und beschäftigen muss, dann können wir doch eigentlich ganz entspannt sein.

Und wir können unsere Aufmerksamkeit dem widmen, was wirklich wichtig ist.

Und das Ist?

Blättern wir noch einmal gedanklich zurück und erinnern wir uns an das, was uns Frau Taubenheim vorgelesen hat:

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!

Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Das was wirklich wichtig ist, ist

der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Der Glaube, das heißt: Ich vertraue darauf, das Jesus mich frei macht.

Und die Liebe bedeutet: Ich nutze meine Freiheit im Sinne Gottes.

Ich mache nicht einfach alles was ich will, sondern ich achte darauf, was mir und anderen gut tut.

Nicht im Sinne von Leistungsdenken oder Wellnesswahn.

Nicht im Sinne von: Das macht man so!

Sondern: Das Gute, das ich erfahre, gebe ich weiter.

so gut, wie ich das gerade kann. Mit allen Fehlern. Und in aller Freiheit.

Wie das genau aussieht mit dem Glauben, der durch die Liebe tätig ist, dafür gibt es übrigens keine Vorschriften.

Denn das Leben ist so vielfältig. Da kann man gar nicht für alle Gelegenheiten die passenden Vorschriften machen.

Und Liebe lässt sich auch nicht in Vorschriften pressen. Zur Liebe gehört die Freiheit.

Nicht zufällig nennt Paulus beides in einem Gedankengang.

Für die Liebe gibt es keine Vorschriften.

Es gibt nur Geschichten, die uns als Beispiel dienen.

… vom barmherzigen Samariter, der einem Fremden half.

… vom Vater, der seinen erfolglosen Sohn in die Arme schloss.

… die vielen Geschichten von Jesus, in denen er Menschen nahe kommt.

Aber auch die Geschichten im Alten Testament,

von Abraham und Mose, Ruth und Rahab: Geschichten von Liebe in ganz unterschiedlichen Situationen.

Geschichten, die ein Beispiel geben, für einen Glauben der durch die Liebe tätig ist.

Es lohnt sich, die Geschichten der Bibel immer wieder wahrzunehmen. Sie geben uns Anstoß für unser eigenes Leben.

Sie erinnern uns an die Freiheit zu der uns Christus befreit hat.

Und an die Liebe, die in dieser Freiheit wachsen kann. Amen.